HeimatvereinWilstedt e.V.


Unterricht unter freiem Himmel

Torfstechen mit dem Heimatverein Wilstedt

Wilstedt. Unterricht unter freiem Himmel und dazu noch mitten im Moor, das ist schon etwas Besonderes. Zu diesem besonderen Unterrichtserlebnis hatte der Heimatverein Wilstedt die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b der Grundschule Wilstedt mit ihrer Klassenlehrerin Christa Meyer-Below eingeladen. Mit zwei Kremsern gezogen von Oldtimertreckern ging es zum Moorgrundstück der Familie Ullrich. Hier musste erst einmal das Straßenschuhwerk gegen moortaugliche Gummistiefel gewechselt werden. Zunächst erklärten Karlheinz Wobbe und Bodo Buerhop, der verschiedene Torfbearbeitungs- und Transportwerkzeuge mitgebracht hatte, den Kindern die Entstehung des Moores und die Funktion dieser Werkzeuge. „Vorsicht, die Geräte sind scharf. Ihr könnt euch damit verletzen, wenn ihr nicht aufpasst!“, mahnte Heimatvereinsvorsitzender Wobbe. 


An einem kleinen Torfstück erfuhren die Kinder, wie das Moor entstanden ist. „Hier seht ihr Reste von Gräsern und kleinen Holzstücken“, erläuterte Wobbe. Vor allem Torfmoos aber auch andere Pflanzen sind vor sehr vielen Jahren hier im Moor in einem See versunken und daraus ist nach und nach der Torf geworden, den eure Groß- und Urgroßeltern gestochen haben um Brenn- und Heizmaterial für ihre Häuser zu bekommen. Sie fingen bereits sehr früh am Morgen mit ihrer Torfarbeit an und arbeiteten bis zum späten Nachmittag im Moor. Wenn sie dann abends nach Hause kamen, musste auch noch das Vieh versorgt werden. Und das etwa zwei bis drei Wochen im Jahr, je nach Wetterlage. Dann endlich durften die Kinder selber einmal ausprobieren, welche Knochenarbeit das Torfstechen bedeutete.

Nacheinander hüpften sie in die von Mitgliedern des Heimatvereins bereits vorbereitete Moorkuhle und versuchten mit dem Torfspaten Stücke des schweren Schwarztorfes an die Oberfläche zu bringen. „Man, sind die schwer“, stöhnte ein Schüler, als er das Torfstück endlich an der Oberfläche abgelegt hatte. Hier warteten bereits fleißige Mitschülerhände um die Soden auf eine Karre zu legen. Mit der Karre wurden sie anschließend zu einem freien Platz gebracht, wo sie zum Trocknen abgelegt wurden. „Nach etwa zwei Wochen werden die Stücke gewendet, damit sie auch von der anderen Seite trocknen können. Weitere zwei Wochen später erfolgt das Ringeln“, so Wobbe. Dabei werden die fast trockenen Stücke kreisförmig übereinander gestapelt, damit sie endgültig trocken werden. „Das sieht ja fast so aus wie eine Mauer“, stellte ein Schüler fest. Natürlich hatte Herta Wobbe auch in diesem Jahr an das leibliche Wohl der Kinder gedacht. Während einer Frühstückspause gab es Muffins und ein Saftgetränk.

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